Oktober 2024 ersinne ich diese Gedichtsammlung, ab Oktober 2025 kuratiere ich, und als sie zur Leipziger Buchmesse 2026 gedruckt ist, lädt uns das Poesiefestival Berlin ein. Wir sind dabei auf dem laut Zeitung taz »größten Poesiefestival Europas« – mit exklusivem Buch, auf inklusiver Bühne:
»Zum Internationalen Museumstag stellt – in poetischer Intervention zur Ausstellung – Herausgeber Marco Sagurna im PalaisPopulaire gemeinsam mit den Dichterinnen Clara Cosima Wolff und Salean A. Maiwald die frisch erschienene Anthologie Seht her – Poesie in Braille (Kulturmaschinen Verlag) vor, die Gedichte in Schwarzschrift und Brailleschrift versammelt.
Unter dem Titel Seeing Words, Reading Images sind im PalaisPopulaire Werke der Written Art Collection zu sehen – einer der bedeutendsten Privatsammlungen schriftbasierter Kunst. Vertreten sind unter anderem Herta Müller, Etel Adnan, Shirin Neshat und William Kentridge.
Die Gedichte der 25 vertretenen blinden und sehenden Dichter:innen – unter anderem Ilma Rakusa, Volker Sielaff und Rüdiger Stüwe – sind nicht nur tastend lesbar, sie nehmen auch inhaltlich Bezug auf Sehen und Hören, auf Unsichtbares und Sichtbares. Sie laden ein auf die „stille Insel Braille“ (Maiwald), in „die Leere zwischen zwei Punkten“ (Sielaff).«
Sonntag, 17. Mai, im PalaisPopulaire, Unter den Linden 5, begrüßt uns Palais-Leiterin & Ausstellungskuratorin Svenia Gräfin von Reichenbach, dann stellen wir unser Buch vor, in Lesung & Talk. Zuvor bietet Heike Gronau vom Blindenverband Niedersachsen (BVN) einen Braille-Workshop für Kinder. Danach macht das PalaisPopulaire eine Ausstellungsführung für blinde und sehbehinderte Menschen.
Was für eine Freude nach diesem Werdegang: Als ich 2024 auf dem hannöverschen Netzwerktreffen des ADAC Heike Gronau kennen lerne, Fundraiserin im Blindenverband Niedersachsen BVN. Sie erzählt mir vom 200sten Geburtstag der Blindenschrift Braille, da ist die Idee zur Poesie in Braille auf dem Tisch. Für ein erstes Umkreisen so eines Buches besuche ich Heike im Blindenverband. Es passt. Der BVN wird Kooperationspartner, mit Heike als seiner guten Fee.
Das Go zum Start an der konkreten Arbeit des Kuratierens bekomme ich ein Jahr später durch die Auszeichnung mit der Verlagsprämie des Freistaats Bayern zur Realisierung des Buchvorhabens bei den Kulturmaschinen ausgerechnet kurz vor der OP am Universitätskliniukum Eppendorf in Hamburg hinein in den Kampf gegen meinen Krebs.
Schreibe schnell bewährte Lieblingsautor:innen an, finde auf Empfehlung der „Das Gedicht“-Publizisten Anton G. Leitner und Gabriele Trinkler hin dazu noch die blinden Lyriker:innen Salean A. Maiwald und Rüdiger Stüwe und bitte alle diese meine verehrten Poet:innen um unveröffentlichte Gedichte. Ohne Themenvorgabe, aber mit Hinweis, wegen des Druckes in Schwarzschrift wie in der Blindenschrift Braille seien Gedichtlänge wie Zeichenzahl pro Zeile streng limitiert.
Die Arbeit am Buch setze ich während aller – kräftezehrender – Behandlungen um, sie wird Teil darin: meine Poesie-Therapie. Außerdem baut Fee Heike mit mir an der von ihr organisierten großen Lesereise. Auf die Bühne kommt die Poesie dank BNV zusammen mit unseren Autor:innen sowie blinden Braille-Leser:innen in über 25 Städten. Auch in Berlin. Wie schön.












































































